Die Instrumente

Wie in vielen Orchestern besitzt auch das Blasorchester Metelen eine große Anzahl an Instrumenten.

Daher ist es nicht immer leicht, diese auseinander zu halten. Um diesem vorzubeugen, stellen wir hier die bei uns vertretenden Instrumente vor:


Die Querflöte

Die Querflöte gehört zur Gattung der Holzblasinstrumente. Heutzutage ist sie zwar meist aus einer Metall-Legierung oder Silber, aber in früheren Jahrhunderten war sie aus Holz. Die Querflöte besteht aus 3 Teilen, die für den Transport und zur Aufbewahrung auseinander genommen werden. Im vorderen Teil befindet sich nur das Mundstück, während im mittleren Abschnitt der Großteil der Klappen untergebracht ist. Der hintere Teil der Flöte, der sogenannte „Fuß“, enthält Klappen, die mit dem kleinen Finger der rechten Hand betätigt werden. 

Neben der "Großen Flöte" gibt es auch noch die halb so große Piccolo-Flöte (Kleine Flöte), die eine Oktave höher klingt.

Im Orchester wird die Flöte weitgehend als Melodie-Instrument eingesetzt und stellt hinsichtlich des Tonumfangs, des Klangs und der Technik eines der beweglichsten Instrumente dar. Es sind schnelle Tonfolgen und sehr hohe Töne möglich. Diese Töne sind im Gegensatz zu anderen Instrumenten leichter zu bewältigen.



Die Klarinette

Wie Oboe und Fagott handelt es sich bei der Klarinette um ein Holzblasinstrument. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass die Oboe und das Fagott mit einem Doppelrohrblatt geblasen werden, die Klarinette nur mit einem Rohrblatt. Die Tonröhre, in der der Ton entsteht, ist zylindrisch gebaut.

Das Rohrblatt, welches aus Schilfrohr, Pfeilrohr oder Zuckerrohr hergestellt wird, wird am Mundstück (Schnabel) mit einer Schnur oder einer Schraube so befestigt, dass ein kleiner Spalt zwischen Blatt und Mundstück bestehen bleibt. Bläst der Musiker in das Instrument und übt mit seiner Unterlippe Druck auf das Rohrblatt aus, beginnt dieses zu schwingen und ein Ton entsteht, sofern der Druck nicht zu groß ist.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts gehört die Klarinette zur festen Besetzung eines Orchesters und ist dort heute in verschiedenen Stimmungen vertreten. Folglich unterscheiden sich die Klarinetten in ihrer Tonlage und optisch v.a. in ihrer Größe voneinander.

Am häufigsten ist die B-Klarinette vertreten, aber auch Es-Klarinette und Bass-Klarinette sind aus Orchestern nicht mehr wegzudenken.



Das Saxophon

Wie die Klarinette gehört das Saxophon zur Familie der Holzblasinstrumente. Obwohl vollkommen aus Metall (Messing, Sterlingsilber oder Kupfer), wird es aufgrund der Anblastechnik in diese Familie eingeordnet. Der Ton wird, gleich wie bei der Klarinette, durch ein Schnabelmundstück mit einfachem Rohrblatt erzeugt, der Klappenmechanismus hingegen ähnelt eher dem der Flöte.

Um 1840 wurde das Saxophon von dem belgischen Instrumentenbauer und Namensgeber Adolphe J. Sax entwickelt. Es sollte als Ersatz für die wetteranfällige Klarinette dienen und wurde vor allem in Miliärkapellen verwendet.

Schnell jedoch entwickelte es sich auch zu einem Instrument der modernen Musik und ist heute sowohl im Jazz als auch in der Bigband-Musik und anderen Stilrichtungen nicht mehr wegzudenken.

In unserem Orchester sind neben dem Alt- auch Tenor- und Bariton-Saxophon vertreten.



Die Oboe

Die Oboe aus dem Französischen hautbois = hohes Holz, ist ein Ende des 17. Jahrhunderts aus der Schalmei entstandenes Holzblasinstrument mit leicht konisch (stetig weiter werdend) verlaufender Tonröhre, die sich nach unten zu einem kleinen Schalltrichter erweitert.

Der Bläser nimmt das Doppelrohrblatt zwischen die Lippen. Wenn er dagegen bläst beginnen die beiden Rohrenden gegeneinander zu schwingen und die dadurch in schneller Folge entstehenden Luftstösse bringen das Instrument zum Klingen.

Die Oboe gehört zum festen Bestandteil eines Sinfonie-Orchesters und ist wegen ihres charakteristischen, leicht „näselnden“ Tons auch bei vollbesetztem Orchester gut herauszuhören.




Das Fagott

Das Fagott gehört ebenfalls zur Familie der Schalmeien, im Gegensatz zur Oboe ist die Schallröhre wegen ihrer Länge (2,60 m) aber geknickt. Das Anblasen erfolgt über ein S-förmig gebogenes Metallrohr, auf dem das Doppelrohrblatt aufgesteckt ist. Die Stürze (= Schalltrichter) mit dem Schallloch ist nach oben gerichtet.

Im Gegensatz zur Oboe ist das Fagott im Bass- oder Tenorschlüssel notiert und erklingt im gesamten Tonumfang etwa zwei Oktaven tiefer - es ist das tiefste Instrument der Holzbläsergruppe und wird auch als Bassoboe bezeichnet.

Sein Klang kann sowohl weich und trocken, als auch näselnd sein. Im Sinfonie-Orchester ist das Fagott mindestens 2fach vertreten und auch in der symphonischen Blasmusik ist das Fagott heute nicht mehr wegzudenken und sollte zweifach im Blasorchester vertreten sein.



Die Trompete

Geschichtlich entstammt die Trompete den Tierhörnern. In der Bronzezeit wurden die Tierhörner erstmals aus Metall nachgebaut. Daraus entwickelten sich Naturtrompeten. Das sind Trompeten ohne Ventile, auf denen normalerweise nur Naturtöne gespielt werden können.

Erst im 19. Jahrhundert entwickelten sich die Ventile. Moderne Trompeten besitzen drei Ventile. Damit sind alle Töne spielbar.

In den letzten Jahrzehnten ist das Spielen der Trompete sehr populär geworden.

Trompetenartige Instrumente begleiten die Menschheit schon lange. In der Antike spielten sie eine wichtige Rolle als Kriegs- und Tempelinstrument; durch die Kreuzzüge gelangten sie nach Europa.

Wie auch beim Horn, war es auf den ursprünglich ventillosen Instrumenten nicht möglich alle Töne zu spielen. Eine vollständige Tonleiter konnte nur in sehr hohen Lagen geblasen werden, da dort die Tonabstände nur noch sehr gering sind. Hieraus entwickelte sich das, vor allem von J.S. Bach häufig verwendete, Clarinoblasen (heute mit der sogenannten Bachtrompete) in besonders hohen Lagen.

Nach der Erfindung der Kastenventile durch Stölzel und Blühmel um 1820 war es möglich chromatische Tonleitern auch in tieferen Lagen zu blasen.

Die heute gebräuchlichen Ventile wurden allerdings erst später entwickelt:

1832 entwickelte J. Riedl in Wien das erste Dreh- oder Zylinderventil und 1839 verfeinertet F. Périnet in Paris die alten Pumpventile entscheidend.Man unterscheidet Trompeten mit Zylinder- oder Drehventilen.

Beide waren zum Ende des 19. Jahrhunderts nach heutigem Stand entwickelt.

Während in der klassischen "symphonischen" Musik in Deutschland fast nur Trompeten mit Zylinderventilen gespielt werden (linkes Bild), ist die "Jazztrompete" mit Pumpventilen das führende Instrument in der Unterhaltungsmusik (rechtes Bild).



Das Flügelhorn

Der Vorläufer des Flügelhorns wurde in Frankreich unter der Bezeichnung Bugle bereits seit dem 12. Jahrhundert als Signalhorn verwendet. Da das Bugle in der ursprünglichen Form keine Ventile hatte, verfügte es nur über eine begrenzte Tonlage.

Um 1800 wurden von deutschen und englischen Infanterieeinheiten Instrumente mit Ventilen in verschiedensten Bauformen entwickelt. So entstand das Flügelhorn. Wegen ihres weichen und etwas groben Klanges haben die Flügelhörner ihren Platz hauptsächlich in der Blasmusik gefunden.

Ein Hauptmerkmal der Flügelhörner ist, dass sie bei gleichen Stimmungen in verschiedenen Bauarten auftreten: lang, oval oder rund. Drei oder vier Ventile stehen zur Verfügung.

Innerhalb der Blasmusik spielt das Flügelhorn neben der Trompete, die es an Geschmeidigkeit übertrifft, die melodiebetonende Rolle. Das Flügelhorn ist das wichtigste Melodieinstrument in der Egerländer Blasmusik.



Das Horn

Vorläufer des heutigen Horns (Waldhorn) sind schon seit Urzeiten bekannt. Die Verwendung der aus Tierhorn, Leder oder Holz bestehenden Instrumente beschränkte sich aber nur auf den Gebrauch als Signalinstrument.

Ab dem 14. Jahrhundert begann sich dann das Metallhorn vor allem bei der Jagd und beim Militär durchzusetzen. Im Gegensatz zu den heutigen Hörnern war es mit diesen Hörnern allerdings nicht möglich alle Töne zu spielen.

Wechselte die Tonart , wurde die Stimmung durch den Einbau oder die Herausnahme von Aufsatzbögen und Setzstücken, d.h. durch Verlängerung oder Verkürzung des Instruments, verändert. Eine andere Möglichkeit der Tonveränderung war bis zur Erfindung der Ventile das sogenannte „Stopfen“. Durch Einführen der Hand in den Schallbecher war es dem Musiker möglich den Ton in seiner Höhe zu verändern; der gestopfte Ton klingt allerdings im Vergleich zu den offen geblasenen Tönen bedeutend glanzloser und metallischer. Diese Technik war mit Einführung der Ventile praktisch überflüssig, kommt aber heute gelegentlich noch als besonderer Effekt zum Einsatz.

Nach Einführung der Ventile, um 1820 durch H. Stölzel und F. Blühmel, nahm das Horn recht schnell einen festen Platz im Orchester ein und ist dort heute 3- bis 8-fach vertreten.

Das moderne Horn besitzt 3 Ventile und wird in den Stimmungen F, B oder Es gebaut. F- und B-Horn sind in dem häufig anzutreffenden Doppelhorn vereint, bei dem durch die Betätigung eines Ventils zwischen den beiden Stimmungen gewechselt werden kann.

Durch sein kreisrund gewundenes Rohr ist das Horn nicht sofort als eines der längsten Blasinstrumente zu erkennen.

Würde man z.B. das B-Horn „abwickeln“, hätte es die stattliche Länge von 2,90 m – das F-Horn wäre sogar 3,60 m lang. Nur die B-Tuba ist mit 5,50 m länger als das Horn! Das weitgehend zylindrische, enge Rohr weitet sich an seinem Ende dann zu einem weitausladenden Schallbecher (30 cm).

Der Klang des Horns, das einen sehr grossen Tonumfang hat, ist ausserordentlich vielseitig; er reicht von weichem piano (leise) bis zu scharfem fortissimo (sehr laut), mischt sich aber sowohl mit Holz- als auch mit den anderen Blechblasinstrumenten gut.

Das Hornspiel erfordert jedoch eine hohe Lippen- und Zungentechnik, da das Mundstück einen relativ geringen Durchmesser hat und die Töne sehr schwer zu treffen sind. Insgesamt liegen die Töne sehr nahe beieinander. Daher gilt das Horn neben der Oboe als eines der am schwierigsten zu spielenden Instrumente.




Die Posaune

Im Gegensatz zu den anderen Blechblasinstrumenten, handelt es sich bei der Posaune um das einzige Instrument des Blasorchesters, bei dem die Tonhöhe nicht durch Ventile verändert wird.

Mit Hilfe einer U-förmigen Vorrichtung, dem Zug, kann bei der Zug-Posaune die Schallröhre stufenlos verlängert werden (Rohrlänge variiert zwischen 2,90 m und 4,10 m).

Die stufenlose Regulierbarkeit bietet die Möglichkeit gleitende Übergänge zwischen vielen Tönen herzustellen – das für die Posaune charakteristische sogenannte Glissando.

Obwohl die Posaune relativ einfach zu spielen aussieht, gehört doch viel Geschick dazu. Vor allem die Töne genau zu treffen stellt für den Anfänger und ungeübte Spieler die grösste Schwierigkeit dar.

Durch das Herausziehen der U-förmigen Röhre wird die Tonhöhe in 7 Stufen erniedrigt (sogenannte Lagen), wobei der richtige Ton allerdings nur dann erklingt, wenn sich der Zug an einer bestimmten Position befindet, d.h. die richtige Rohrlänge muss vom Spieler gefunden werden. Im Gegensatz dazu ist bei den Ventil-Instrumenten die richtige Rohrlänge, je nachdem welches Ventil gedrückt wird, automatisch vorgegeben.

Die Posaune gibt es in verschiedenen Stimmlagen. Neben der Tenor-Posaune in B gibt es noch die höhere Alt-Posaune in Es, die tiefere Bass-Posaune in B und die noch tiefer klingende Kontrabass-Posaune in F.

Je nach Bauart besitzen manche Posaunen ein Ventil durch das die Stimmung der Posaune verändert werden kann. Das Quart-Ventil verändert z.B. die Stimmung der Tenor-Posaune von B nach F. Durch Betätigung des Ventils wird der Luftstrom in eine zusätzliche Windung umgeleitet und die Schallröhre somit verlängert – der Ton klingt, wie der Name des Ventils schon sagt, eine Quarte tiefer. Das Ventil macht ein Spielen mancher Töne überhaupt erst möglich und ist zusätzlich oft eine Erleichterung für den Posaunisten.

Da die Posaune ein Instrument mit überwiegend zylindrischem Rohrverlauf ist, das mit einem kesselförmigen Mundstück gespielt wird, ist ihr Klang eher mit dem einer Trompete zu vergleichen – von scharf und grell bis voll und majestätisch sind alle Möglichkeiten denkbar.

Die Posaune besitzt im Orchester eher eine begleitende Funktion, kommt aber gelegentlich auch als Solo-Instrument zum Einsatz.



Das Tenorhorn und Bariton

Die beiden weitgehend identischen Instrumente Tenorhorn und Bariton gehören, ebenso wie das Flügelhorn und die Tuba, zur Familie der Bügelhörner.

Tenorhorn und Bariton unterscheiden sich lediglich in der Notation und in der Mensur und manchmal auch durch die Anzahl der Ventile.

Die Tenorhorn-Stimme wird im Violinschlüssel notiert, während die Bariton-Stimme im Bass-Schlüssel geschrieben und meist tiefer ist. Daher sollte diese Stimme mit weitmensurierteren (breiter gebauten) Instrumenten, die möglichst vier Ventile besitzen, gespielt werden. Vier Ventile sind auch beim Tenorhorn von Vorteil, aber kein Muss.

Das Tenorhorn/Bariton klingt eine Oktave tiefer als das Flügelhorn und besitzt durch seine konische (stetig weiter werdende) Bauform einen wesentlich weicheren, getrageneren Klang als z.B. die Trompete oder die Posaune.

Es ist äusserst beweglich und übernimmt daher häufig Melodiepassagen oder Nebenmelodien (meistens das Tenorhorn), aber auch schwierige Läufe und harmonische Aufgaben sind in den Noten häufig zu finden; gelegentlich werden sogar die Tuben in ihrer Bass-Funktion unterstützt (Bariton). Es wird auch als „Cello des Blasorchesters“ bezeichnet.



Die Tuba

Die Tuba ist das tiefste Instrument des Blasorchesters. Auch sie gehört zur Gruppe der Bügelhörner und wird in verschiedenen Stimmlagen gebaut. Am gebräuchlichsten sind F-, Es- und B-Tuben, aber auch in C gestimmte Tuben sind erhältlich. Die Bass-Tuba hat ihren Ursprung in der Militärmusik. Der Berliner Instrumentenbauer Moritz erhielt im Jahre 1835 den Auftrag, ein Bass-Instrument auf Bügelhorn Basis zu entwickeln, da es in den Musikkorps keine genügend durchschlagkräftigen Bass-Instrumente gab. Die Entwicklung der Tuba führte zur Ablösung der bis dahin gebräuchlichen Ophikleiden. Bei Ophikleiden handelt es sich um Klappen-Basshörner aus Metall, die in Alt-, Bass- und Kontrabass-Lage vertreten waren.

Heute bilden die Tuben das wichtige Fundament des Blasorchesters und werden entgegen der häufigen Meinung nicht nur als Harmonieinstrument eingesetzt.

Die Tuba in Es ist kleiner als die B-Tuba und klingt daher höher. Sie verdoppelt die Bass-Linie meist in der Oktave und spielt häufig mit der Bass-Posaune im Einklang.

Die Tuba in B ist das größte Instrument des Orchesters und daher sofort erkenn- und auch hörbar. Sie ist mit einer Länge von 5,50 m noch länger als das F-Horn und besitzt den für Bügelhörner charakteristischen konischen Verlauf und den dadurch bedingten weichen Klang.



Das Schlagzeug

Unter Schlagzeug versteht man alle Geräusch- und Rhythmus-Instrumente, die im Orchester vertreten sind. Dazu zählen nicht nur die Schlaginstrumente im eigentlichen Sinn, sondern auch Schrapp-, Rüttel- und einzelne Tasteninstrumente. Zusätzlich gehören dazu Instrumente, die mit einem Klöppel geschlagen werden, sog. Stabspiele (Xylophon, Vibraphon, Marimbaphon, Glockenspiel).

Die heute gebräuchlichen Instrumente kamen nach 1700 durch die türkische Militärmusik (Janitscharen-Musik) nach Europa und hielten vor allem in Militärorchestern Einzug.

Das Set des Schlagzeugers besteht aus Bass Drum, Snare Drum, Hi-Hat und einigen Tom-Toms und Cimbals.

Weiterhin gehören zur Standard-Besetzung eines Orchesters:

  • Kesselpauken
  • große Trommel
  • Becken und Triangel

Außerdem sind Bell Tree (Windspiel), TamTam (Gong), Xylophon, Glockenspiel und Röhrenglocken bei den heutigen Konzerten ebenfalls nicht mehr wegzudenken.

Ergänzt wird der Klangkörper häufig noch durch sogenannte lateinamerikanische Schlaginstrumente wie Bongos, Congas, Maracas, Kastagnetten, Cowbells usw.